Grenzübergang Aranyaprathet – Poipet

Auf dem Landweg nach Kambodscha

Die Botschaft des Königreiches Kambodscha in Bangkok hat mir das EI-Visa verweigert und so machte ich mich ohne Visa auf den Weg nach Kambodscha.

Ich musste an die Geschichten aus den Internet und die Erzählungen anderer Reisenden denken die ich während meine Reise getroffen habe. Letztes Jahr habe ich auch schon 10$ Dollar mehr bezahlt und mein Handy wurde mir an der Grenze gestohlen. Aber das sollte mich nicht davon abhalten dennoch auf den Landweg in dieses wunderbare Land ein zureisen. Diesmal alleine, ohne Agentur und „Immigrationshelfer“. Ich hatte einen Plan.

Ich fuhr mit dem Zug von Bangkok nach Aranyaprathet. Es war die letzte Zugfahrt von vielen während meiner Reise. Nicht so spektakulär wie in Myanmar, Vietnam oder im Norden Thailands aber es war der Anfang eines neuen Abenteuers.

Grenzübergang Aranyaprathet – Poipet

Nach 4 Stunden war die Fahrt dann auch schon vorbei und der Zug kam in Aranyaprathet, der letzten Stadt Thailands vor der Grenze an. Und das Abenteuer begann. Hier warteten schon die Tuk-Tuk-Fahrer und Immigrationshelfer um den ahnungslosen Touristen bei der weiterreise behilflich zu sein. Aber ich hatte einen Plan.

Schon während der Zugfahrt suchte ich in der App „Maps.me“ auf meinen Tablet nach einem Guesthouse nahe dem Grenzübergang Kambodschas. Und so konnte ich den Hilfsangeboten der Fahrer mit einem freundlichen „No, Thank you“ entgegnen. Ich schnappte mir meinen Rucksack und machte mich auf dem Weg zu meiner Unterkunft. Von hier sind es nur 5 km bis nach Kambodscha. Noch einmal Green Curry und Chang Bier bevor es am nächsten  morgen zu Fuß nach Kambodscha ging.

Um 7.00 klingelte der Wecker. Die Grenze öffnet um 8.30, wenn ich so früh wie möglich an der Grenze bin, sind die Beamten vielleicht noch gut gelaunt und die Tuk-Tukfahrer schlafen vielleicht auch noch. So der Plan.

Ich schulterte meinen Rucksack, setzte mir meine großen Kopfhörer auf und machte mich auf den Weg nach Kambodscha. 5 Kilometer immer geradeaus. Wenn nichts dazwischen kommt sollte ich in einer Stunde die Grenze erreicht haben. Es war schon verdammt heiß, so wie immer in Südostasien um diese Zeit. Also nochmal in den seveneleven und nen 3in1-Coffe gekauft und los.

Der Plan mit den Tuk-Tuk-Fahrern hat ja schon mal nicht geklappt. Was für ein blöder Gedanke. Nach 4 Monaten müsste ich wissen, das sie immer und überall lauern. Aber sie ignorierten mich. Das jemand zur Grenze läuft haben sie wahrscheinlich nicht auf dem Schirm. Oder lag es an den Kopfhörern? Erst ein paar Meter vor der Grenze kamen die ersten zaghaften Hilfsangebote, welch ich aber mit einem freundlichen „No, thank you, I have a Visa“ ablehnen konnte. Und tatsächlich, als ich in das Gebäude der thailändischen Ausreise ankam, war ich der erste. Die Schalter waren noch geschlossen und ich ich musste ein paar Minuten warten bis ich problemlos den Stempel zur Ausreise erhielt um mich auf den Weg zum 200 Meter entfernten Immigrationsgebäude Kambodschas zu machen.

Jetzt habe ich nur noch ein Problem. Ich hatte nur einen 100-Dollar-Schein. Das Visa kostet aber 35$ Dollar. Blöd. Natürlich war ich auch hier der erste. 5 freundliche Beamte kümmerten sich um mich. Zaghaft schob ich den 100-Dollar-Schein über den Schalter. Der Beamte nahm den Schein und meinen Reisepass und verschwand. Ich musste mich setzten und warten. Ich setzte mich und dachte an die Geschichten aus dem Internet und den Worten der Reisenden die ich getroffen habe. Es lief doch bis jetzt alles super, es wird doch nicht………..

Da kam der Beamte auch schon aus seinem Büro und grinste. Er überreichte mir meinen Pass und das Wechselgeld. „Welcome to Kambodscha“. Schnell sah ich das das Wechselgeld korrekt war. „Aw-Kun, have a nice day“ entgegnete ich und machte mich auf  den Weg zur Einreise. Noch einmal ein Formular ausfüllen, Stempel abholen und ich war in Kambodscha. Ohne Probleme. Aber wer die Geschichten aus dem Netz kennt weiß da fehlt noch was. Genau, die Weiterreise. Auch hier wird der ahnungslose Tourist oft abgezockt. Schon wenige Meter auf kambodschanischen Boden wurde ich von einem Mann angesprochen. „Where do do you go?“ „Sihanoukville“ entgegnete ich. „7 Dollar“ sagte er. Ich konnte es kaum glauben. Ich habe mit weit mehr als 10 Dollar gerrechnet. Ich überlegte daher nicht lange und ging auf das Angebot ein.

Mein Grenzübergang Aranyaprathet – Poipet verlief von Anfang bis Ende perfekt. Ich weiß aus anderen Grenzübergängen wie zum Beispiel Dien Bien Phu-Laos das es manchmal anders abläuft aber man sollte den Geschichten aus dem Netz und den Worten anderer nicht zu viel Gewicht schenken. Schon gar nicht sollte es einen abhalten solche wunderbaren Länder wie Kambodscha oder Laos zu besuchen. Wenn man weiß was einem erwartet kann man sich auf die Situation einstellen und danach handeln. Am wichtigsten immer freundlich bleiben und einen klaren Kopf behalten.

Ich weiß nicht ob es Zufall war oder ob es wirklich daran die Sache auf diese Weise anzugehen. Vielleicht willst du es ja auch mal auf diese Weise probieren und erzählst mir dann deine Geschichte. Oder hast du andere Erfahrungen beim Grenzübergang gemacht. Lass es mich in den Kommentaren wissen.

 

 

 

 

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