Landweg nach Laos – Grenzübergang Dien Bien Phu

In Hanoi entschied ich mich gegen Sapa um mich stattdesen direkt auf den Weg  nach Laos zum Grenzübergang  Dien Bien Phu zu machen. In den letzten 9 Monaten funktionierte meine Art zu Reisen immer recht gut. Spontan, kurzfristig und ohne vorab zu buchen. Doch dieses mal sollte es anders sein. Nun ja, mit Vietnam wurde ich sowieso nicht wirklich warm und so sollten dann die letzten 24 Stunden in diesen außergewöhnlichen Land das Kapitel abschließen.

24 Stunden nach Luang Prabang oder 20 Stunden nach Vientiane, so die Informationen der ansässigen Anbieter. 20- 24 Stunden im Bus und dann auch noch die Hälfte eines Landes zu durchqueren war für mich keine Option. Ich kaufte mir also ein Ticket nach Dien Bien Phu um von dort aus weiter über die Grenze nach Laos zu kommen. Das Ticket kostete 515.000 Dong sprich 23$ Dollar. Vietnam ist zwar billig, aber wenn es um Reisen mit Bus oder Bahn geht schon etwas teurer als andere südostasiatische Länder. Die Fahrt sollte 10 Stunden dauern. Natürlich im Sleepingbus. Sleepingbus, ich kann keinen Sleepingbus mehr sehen. Das vierte mal in vierzehn Tagen. Aber ich hatte auch keine Wahl. Mein Visa läuft in 48 Stunden aus und ich hörte von 25$ Dollar Fee für Overstay.  Pro Tag. Natürlich dauerte die Fahrt nicht zehn sondern 13 Stunden. Mit einem Stopp im nirgendwo. Aber das kennen wir ja alles.  Zumindest waren die Sitze im Bus relativ bequem aber ausgeschlafen sein fühlt sich doch anders.

Als wir um 7.00 Uhr morgens am Busbahnhof ankamen standen die Mini-Busse nach Laos schon da. Ich wollte nach Muang Khua, der ersten Stadt hinter der laotischen Grenze. Ich kaufte mir ein Ticket und konnte sogar in Dollar bezahlen. Im Bus sitzen gerade mal fünf Leute, kein großes Gepäck, Tiere oder was man sonst so hört. Läuft ja wie am Schnürchen, dachte ich mir. Bis Mittag sind wir in Laos. Das dachte aber nur ich.

Pünktlich um 7.30 Uhr ging es dann los. Bis ins nächste Dorf. Alles aussteigen. Hier wird der Bus beladen. Sah aus wie leere Reissäcke. Schön gestapelt und gebündelt, so das sie nicht viel Platz wegnahmen. Also immer noch genügend Sitzgelegenheiten. Aber wo war der Fahrer und die anderen Fahrgäste? Alle verschwunden. Keiner mehr da.  Ich setzt mich an ein typisches Strassencaffe aß , trank Kaffee Phở bò und wartete. Als ich bezahlen wollte, merkte ich das mir die Frau am Ticketschalter zu wenig Wechselgeld gab. Sie gab mir den Betrag zurück was das Ticket kostete. Wer sie verwirrt wegen den Dollarschein oder einfach nur abgezockt?

Nach 1,5 Stunden kam der Fahrer und die anderen Insassen wieder und plötzlich musste alles schnell gehen. Alle einsteigen, auf nach Laos. Nein, falsch gedacht. Wieder zurück nach Bien Dien. Nach 9 Monaten Südostasien bin ich ja schon einiges gewöhnt und konnte mir auch was von der Gelassenheit angewöhnen. So nahm ich das Geschehen mit einem schmunzeln hin. Ich kann es ja eh nicht ändern. Und verstehen tut mich auch keiner.

In Bien Dien hielten wir wieder. Keiner steigt aus, keiner steigt ein, kein Gepäck wird verladen. Nichts passiert. Aufgrund der Sprachbarrieren ist keine Information möglich.  Nach 2 Stunden kam ein weiterer Mini-Bus an aus dem 10 Backpacker ausstiegen. Die wollen doch nicht…….doch sie wollen. Jetzt wurde es doch eng. Die Rucksäcke wurden auf dem Dach verladen und die Backpacker suchten auf den restlichen Plätzen und Reissäcken Platz. Dann kann es ja losgehen. Und wir fuhren tatsächlich.

Grenzübergang Bien Dien Phu
Ausreise aus Vietnam

Es ging direkt zur Grenze. Den Stempel zur Ausreise aus Vietnam gab es unproplematisch. Nachdem sich der Beamte bequemt hatte sein Fenster zu öffnen. Immer mit asiatischer Gelassenheit. Sogar unsere Dongs wurden zu einem humanen Kurs getauscht. Dann ging es weiter zur laotischen Einreise. Was sonst nur ein paar Meter sind sind hier doch einige Kilometer. Immer die Bergstraße entlang. Scheinbar hat es hier schon ein paar Tage nicht geregnet und die Straße war in einen guten Zustand. Die Aussicht aus dem Fenster zeigte die wunderschöne Landschaft.

Grenzübergang Bien Dien Phu2

 

 

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Einreise nach Laos

Während wir Touristen unsere Formulare für das Visa ausfüllten, wurden die Laoten und Vietnamesen in Sekundenbruchteilen abgefertigt. „No good“! „No What“? Meine 20 Dollarnote hatte einen winzigen Knick. Das mit den Dollarnoten soll mal einer verstehen. Glücklicherweise hatte ich das laotische Geld vom Zöllner in Vietnam. Völlig zerknittert aber gut genug für den Zöllner.  Ich zahlte also meine 30 $ Visagebühr und wurde zum nächsten Fenster geschickt wo ich meinen Pass erhalten sollte. Doch nicht ohne vorher nochmal 10.000 Kip zu bezahlen. Doch meinen Pass gab es immer noch nicht. Der Beamte, wenn er denn einer war, oder tragen laotische Beamte Trikots vom FC Barcelona, zeigte zum nächsten Fenster. „2 Dollar“!!. Wie jetzt? Für was? „For the stamp“ Auch der dritte Beamte wollte für sein da sein entlohnt werden. Jeglicher Protest war sinnlos. Alle Touristen aus Ländern deren Visagebühr unter 35$ Dollar liegt vollzogen diese Prozedur. Briten zum Beispiel, deren Gebühr 35$ Dollar  beträgt blieben mit der Abzocke verschont. Oder hat die Queen ihre Finger im Spiel? 😉

Grenzübergang Bien Dien Phu
Preisliste für Visagebühr. Weitere Gebühren sind in Kauf zu nehmen 🙂

Nachdem dann alle abgezockt wurden und die Visaformularitäten erledigt hatten ging es dann endlich weiter. Um 17.00 Uhr und ohne weitere Zwischenfälle hielt der Bus in Muang Khua. 24 Stunden nachdem ich mein Hostel in Hanoi verlassen hatte. Und das beste kommt zum Schluß. Kein Tuck-Tuck, kein Moto, niemand der uns ein Guesthouse oder Hostel aufdrehen wollte. Es interessierte scheinbar überhaupt keinen wer da aus dem Bus aussteigt. Endlich mal wieder in Ruhe aussteigen. Wie lange hatte ich das schon nicht mehr. Ich bin angekommen. Ich bin in Laos

 

 

 

 

 

 

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