Mit dem Rucksack durch Myanmar

Mit dem Rucksack durch Myanmar zu reisen ist bei weitem nicht so einfach wie in Thailand aber durchaus machbar. Ich bin 4 Wochen mit dem Rucksack durch das Land mit den goldenen Pagoden gereist. Hier erfährst du alles was du wissen mußt. Alle Informationen stammen aus eigener Erfahrung.

Als ich Mitte Februar 2015 nach Myanmar reiste war ich ganz hin und her gerissen. Auf der einen Seite war die Aufregung in ein Land zu reisen von dem man so viel hört und doch so wenig weiß und auf der anderen Seite die Sorge ob denn alles so funktioniert wie man es aus anderen Ländern Südostasiens gewohnt ist.  Ich reise ohne Reiseführer und vermeide große Recherchen im Netz um Länder so unvoreingenommen und untouristisch wie möglich zu erleben. An die großen Sehenswürdigkeiten kommt man auch so und ich werde kaum der erste Mensch an irgendeinen Ort sein.

Mit Myanmar eröffnet sich mir ein völlig neues Land. Männer tragen Röcke und Frauen Gesichtsbemalung. Ich lernte ein Land kennen das auf der einen Seite mit Gold und Juwelen gespikt ist während auf der anderen Seite die Menschen in den Dörfern im Norden des Landes oftmals weder Strom noch fließend Wasser zu Verfügung haben. Der Strom kommt dann aus der Motorradbatterie und das Wasser vom Brunnen oder aus den Quellen von den Bergen. Gekocht wird auf einer Feuerstelle die oft mit im Haus ist.

Mit dem Rucksack durch Myanmar
Hier wird noch richtig gekocht

Ich lernte Menschen kennen die mit einer Wärme, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit gesegnet sind die ihres gleichen sucht. Als ich am ersten Tag meine Unterkunft nicht wieder fand, war es dem Händler vom Markt eine Selbstverständlichkeit im Hotel anzurufen um mich dann persönlich zum Hotel zu geleiten. Zu meiner Schand war es gleich ums Eck. Ein anderes mal hatte ich hinten sitzend mit einem Einheimischen einen kleinen Motorradunfall und sofort waren 5 Leute da die uns aufhalfen und um unsere Gesundheit besorgt waren. Dabei ist das Motorrad eigentlich nur umgefallen.

Ich schlief mal in relativ teuren Hotels mal in günstigen Guesthousern, einmal sogar im Tempel. Ich wurde Nachts bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit von einem Rudel Hunde verfolgt und wurde von Einheimischen zum Essen eingeladen. Mit meinen Naturlocken war ich der Hit bei Alt und Jung.

Mit dem Rucksack durch Myanmar
Naturlocken sehe diese Kids nicht jeden Tag 😉

 

Wenn du auch in das Land der goldenen Pagoden reisen willst, findest du hier die wichtigsten Informationen.

Sicherheit:

Das wichtigste und ich hoffe das ich diesen Punkt bald wieder rausnehmen kann:

Den Medien ist von Kämpfen im Kachin-Staat im Norden des Landes zu entnehmen. Ich habe mich in den vier Wochen  immer sicher gefühlt. Man hat gar nicht die Möglichkeit auf legalen Wege in die gefährdeten Gebiete zu kommen. Selbst Einheimische müssen lange Umwege in Kauf nehmen um entsprechende Gebiete zu meiden. Nähere Informationen findest du hier auf der Seite des auswärtigen Amtes oder hier bei der Seite der Riegierung von Myanmar.

Mit dem Rucksack durch Myanmar9

Visum:

Ein Visum brauchst du vorab. Ein Visa on arrivel gibt es für Myanmar nicht. Das Visum bekommst du bei der Botschaft des Königreiches Myanmar zum Beispiel in Berlin oder auch in Bangkok. Du kannst dies auch in einer der zahlreichen Reisebüros in Bangkok tun. Ich hab das gemacht weil ich nicht den halben Tag vor der Botschaft verbringen wollte.

Anreise:

Flugzeug:

Es gibt zwei internationale Flughäfen. Yangon und Bagan.

Landweg:

Es gibt 4 Möglichkeiten aus Thailand über den Landweg nach Myanmar zu reisen. Ich habe selbst ersteren gewählt.

Mae Sai – Tachilek

Mae Sot – Myawady

Ranong – Kaw Thoung

Phunaron – Htkeehee

Dollar oder Kyat?:

Im Netz halten sich die Gerüchte das man hier und da nur mit nagelneuen Dollarnoten zahlen kann. Ich hatte keine Dollarnoten dabei und konnte immer in der Landeswährung bezahlen. Einmal musste ich 200 Kyat Gebühr zahlen. Geldautomaten gibt es mittlerweile zahlreich.

Hotels vor abbuchen:

Wenn du auf der sicheren Seite sein willst buche lieber im vorraus. Es gibt zwar mittlerweile viele Hotels, Guesthouser und Hostels aber die Anfrage ist groß. Ich buche nie vorher. In Myanmar war das zwar nicht  immer einfach Nachts zwischen streunenden Hunden oder tagsüber bei Temperaturen bei weit über 30° Grad eine Unterkunft zu finden. Aber ein Bett habe ich immer gefunden. Machmal bin ich stundenlang durch die Orte gelaufen und habe nach einem Bett gesucht. Einmal hab ich sogar im Tempel geschlafen. Aber das macht doch das individuelle Reisen aus. Man weiß nie was passiert.

Ist Myanmar wirklich so teuer?

Das möchte ich so pauschal nicht so stehen lassen. Sicherlich ist es nicht so günstig wie die Nachbarländer. Dennoch ist es möglich mit 12-15€ am Tag auszukommen. Es kommt immer darauf an wie deine Maßstäbe sind. Mir reicht ein einfaches Bett und ich esse nur in Garküchen, auf Märkten, Localrastaurants oder Straßenständen. In Nyaung Shwe (Inle Lake) hatte ich sogar ein Tagesbudget von nur 10€ am Tag inklusiver Übernachtung. Eine warme Mahlzeit bekommst du schon für 400Kyat(0,34€) und eine Flasche Cola 0,33 (ich bin ein Colajunkie) schon für 300Kyat(0,26€). Und eine Zugfahrt in der sogenannten Holzklasse (ordinary-class) von Yangon nach Mandalay (622Km entspricht der Strecke von München nach Hanover) kostet 4600Kyat(3,93€).

Mit dem Rucksack durch Myanmar
5 Stück kosten 300Kyat. Super lecker
Mit dem Rucksack durch Myanmar
Ordinary-class- Nach 10 Stunden unbequem aber billig.

 Welche Orte sollt man besuchen?

Mit dem Rucksack nach Maynmar
Bagan

Die typische Touristenroute wäre Yangon-Mandalay-Inle Lake-Bagan und Ngwe Saung. Ich halte aber nichts von Reiseführern oder Büchern wie 1 Million Orte die du gesehen haben musst bevor du stirbst oder so. Ich reise wohin mir der Sinn steht und wenn ich mal einen „besonderen“ Ort, Tempel oder der gleichen sehen will dann tue ich das. Das hört sich zwar unspektaktulär an aber so bin ich  glücklich, frei und ungebunden.

 

Hast du noch Fragen zu Myanmar oder warst du schon in diesem tollen Land und hast noch Informationen oder Anregungen. Immer her damit.

 

 

 

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