Sleeperbus – Im Bus durch die Nacht

In Myanmar hielt der Bus regelmäßig um seine Bremsen zu kühlen. In Laos stoppte der Bus alle zwei Stunden zur Pinkelpause. Nein, nicht immer an der Raststätte sondern auch mal mitten in der Pampa.In Vietnam sind die Busse undicht und bei starken Regen ist dein Rucksack völlig durchnässt (da bekommt der Begriff Open Bus Tours eine ganz neue Bedeutung), Karaoke, super funktionierende Klimaanlagen, lärmende Kinder und hin und wieder auch mal ein Huhn oder eine Ziege an Bord. Und wenn du endlich am Zielbahnhof angekommen bist, warten schon die geschäftstüchtigen Fahrer der Tuk-Tuks, Taxis und Motodaps. Ja, so eine Fahrt im Sleeper-Bus bietet so manch tolle Erlebnisse und Geschichten zum erzählen.

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Wenn das der deutsche TÜV-Gutachter sehen würde

Ich nütze den Sleepingbus gerne, da ich mir so eine Nacht in einer Unterkunft spare und den Tag nicht im Bus verbringen muss. Schlafen tu ich Nachts sowieso. Ich bin ein Mensch der meistens überall schlafen kann. Im sitzen, im stehen, kalt oder heiß, für ein paar Stunden falle ich eigentlich immer in den Schlaf. Aber so eine Fahrt kann einem schon manchmal an die Grenzen bringen. Nämlich dann wenn du während der stundenlangen Fahrt im Kalten Bus, aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse durchgeschüttelt und von asiatischer Karaoke beschallt nicht in den Schlaf findest.

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Vietnam: Einzelbett und Discobeleuchtung

Aber wenn du ein paar Sachen beachtest kannst du die Nachteile ganz einfach zu deinem Vorteil machen.

Lärm:

Ich muss immer schmunzeln wenn ich reisende sehe die sich über lärmende Kinder oder asiatischer Karaoke bescheren und sich dann die Ohren mit lauter Musik zu beschallen, die man oft 5 Reihen weiter mithören kann.

Mein Tipp:                                                                                                                                        Nehme es gelassen, so schlimm ist es wirklich nicht. Ich habe noch nie einen Einheimischen mit Kopfhörern im Bus gesehen. Die Kinder schlafen irgendwann und auch die Karaoke findet auch meistens gegen Mitternacht ein Ende. Für alle die sich trotzdem gestört fühlen gibt es hier Ohrenstöpsel.

Kälte:

Ja, auch wenn die Busse auch äußerlich einen katastrophalen Eindruck machen und man oft überlegt ob man da wirklich einsteigen soll. Wenn eines funktioniert, dann ist es die Klimaanlage. Ich habe während der zehn Monate Südostasienreise nie herausfinden können warum man die Busse so runter kühlt.

                                                                                                                                            MeinTipp:                                                                                                                                          In den Bussen liegen meistens Wolldecken aus. Trotzdem solltest du aber in deinen Rucksack oder deiner Tasche die du im Bus bei dir hast, eine lange Hose und einen Pulli bzw. eine dünne Jacke bei dir haben.

Was du sonst noch im Bus bei dir haben solltest:

Du musst dich nicht großartig mit Getränken und Essen eindecken. Der stoppt oft genug und du hast Gelegenheit dich mit Essen und trinken zu versorgen. Oft gibt es auch Wasser und einen kleinen Snack an Bord. Du hast im Bus nicht viel Platz für unzählige Flaschen oder Tüten.

Mein Tipp:                                                                                                                                          Außer einer Flasche Wasser, einem Sweatshirt (oder dünnen Pulli bzw Jacke), lange Hose und deinen Wertsachen brauchst du eigentlich nichts weiteres.

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In Laos gibt es sogar einen Essens-Gutschein

 

Ankunft am Zielbahnhof:

Meistens erreichen die Busse das Ziel sehr früh morgens. Am Bahnhof, der oft weit außerhalb des Zentrums liegt warten schon die Fahrer der Tuk-Tuks, Taxis oder Motodaps. Sie wissen natürlich um die Situation. Man ist übermüdet oder frisch aus dem Schlaf gerissen. Sie überfallen dich mit völlig überzogenen Fahrtpreisen oder Angeboten zu Unterkünften.

Mein Tipp:                                                                                                                                          Bleibe ruhig und bewahre den Kopf. Wie gesagt es ist noch früh und bis zum Einchecken in der Unterkunft hast du noch lange Zeit. Mit der richtigen App wie zum Beispiel Maps.me oder google.maps, kannst du herausfinden wie weit die Entfernung vom Bahnhof zur Unterkunft beziehungsweise zum Zentrum ist. Das erleichtert die Preisverhandlungen.

Schließe dich mit anderen Reisenden zusammen und bildet eine Fahrgemeinschaft.

Wenn du zu den Menschen gehörst die vorab eine Unterkunft buchen, kläre ab ob ein Early-Checkin möglich ist. Viele Unterkünfte bieten diesen Service an. Einige bieten sogar einen kostenlosen Abholservice. Kaffee und Dusche gibt es eigentlich fast immer in der Unterkunft.

Solltest du gut zu Fuß sein, kannst du die Strecke auch laufen und dir deine Unterkunft auf dem Weg suchen. Diese sind außerhalb des Zentrums billiger und oft auch besser.

Zu guter Letzt:                                                                                                                                 Genieße die Eindrücke und Erlebnisse. Es ist eine tolle Gelegenheit um Einheimische und deren Leben zu beobachten und kennenzulernen. Reg dich nicht auf, denn das ändert nichts.  Vor allem schreie nicht herum (hab ich leider auch gesehen),  auch das hilft dir nicht weiter. Der arme Mann versteht dich sowieso nicht. Du du bist derjenige der sein Gesicht verliert und die Menschen lachen über dich.

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Übermüdet und durchgeschüttelt. Aber am Ziel

Mit diesen Tipps kannst du die Nachteile einer Nachtfahrt ganz einfach zum Vorteil machen. Du sparst dir eine Nacht in einer Unterkunft und du kannst den Tag für das eigentliche Ziel deiner Reise nützen. Land und Leute sehen, anstatt im Bus zu sitzen. Schlafen tust du Nachts sowieso. Das geht auch im Bus.

 

Wie sind deine Erfahrungen im Sleeperbus. Hast du noch ein paar Tipps. Oder geht eine Nachtfahrt für dich gar nicht.? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

 

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