Mein Besuch beim Zahnarzt in Sihanouk Ville

Schon bei dem Gedanken eines Zahnarztbesuches  kann es einem schon mal kalt den Rücken herunterlaufen

Aber der Gedanke an einem Besuch beim Zahnarzt in Sihanouk Ville, Kambodscha gibt dem Ganzen noch eine besondere Würze.

Ich hatte mir an einer Kokosnuss die Füllung meines Zahnes herausgebrochen. Die Selbstdiagnose vor dem Badezimmerspiegel ergab ganz klar das mir der Gang zum Zahnarzt nicht erspart bleibt. Zu warten bis ich wieder nach Deutschland zurückkehre war keine Option. Habe ich doch keine Ahnung wann meine Reise endet.

Bei der Suche nach einem Zahnarzt in Sihanouk Ville im  Internet stand mal wieder nur Hörensagen geschrieben oder Horrorgeschichten die aus der Feder eines Hollywoodregisseurs stammen könnten.

Warum sollte es in Kambodscha keine guten Zahnärzte geben

Die Einheimischen müssen doch auch zum Zahnarzt gehen dachte ich mir. Also suchte ich bei Mototaxifahrern und Auswanderern die schon länger in Sihanouk Ville leben nach Empfehlungen für eine geeignete Praxis. Mir wurde die Naro Dental Clinic von Dr.  Khiev Kennaro empfohlen.

Als ich die klimatisierte Praxis durch die Glastür betrat hatte ich ein mulmiges Gefühl. An der Anmeldung dann schon das erste ungewohnte Bild. Keine Arzthelferin, die am Telefon sitzt und Termine vereinbart. Es saß nur ein Mann im Wartebereich, der wie sich später herausstellte auf seine Frau wartete die gerade behandelt wird. Man konnte durch eine Glasscheibe dem Arzt und Zahnarzthelferinnen bei der Arbeit zusehen,

Es dauerte nicht lange da stand ein weiterer Arzt vor mir dem ich mein Anliegen schilderte. Er besprach mit mir den Eingriff in englisch und versicherte mir, das es kein Problem ist den Zahn zu retten. Ich sollte kurz Platz nehmen damit er den Eingriff vorbereiten kann.

Ich starte auf den Flachbildfernseher der die üblichen asiatischen Karaokeshows zeigte und musste immer an die Worte aus dem Internet denken. Von schlecht ausgebildeten Ärzten, Instrumente die zwischen den Eingriffen gar nicht oder nur mit kalten Wasser gereinigt werden, Horroreingriffe…..
Weiter kam ich nicht. Dr. Khiev Kennaro bat mich zum Eingriff in den Behandlungsraum.

Ich betrat also den Behandlungsraum. Zahnarztstuhl, Licht, die Armaturen mit den Bohrern und Instrumenten. Alles in weiß und steril wie man es eben aus der Zahnarztpraxis kennt. Vielleicht nicht ganz so neu und modern wie man es aus westlichen Praxen kennt. Aber auf den ersten Blick alles sauber. Der Doc  hatte Mundschutz und Kopfbedeckung angelegt und ich setzte mich in den Stuhl. Er zog sich frische Handschuhe an und befreite die benötigten Instrumente aus der verschweißten Verpackung und bohrte los.

Das Ergebnis ist hervorragend. Der Zahn ist wieder hergestellt und die Füllung ist nicht zu sehen. Die Behandlung dauerte keine 15 Minuten. Ich hatte keinerlei Schmerzen und auch jetzt, sechs Wochen später habe ich keine Probleme.

Mein Fazit:
Man sollte sich nicht durch das Internet beirren lassen. Viel besser ist es sich bei Einheimischen zu informieren, denn diese sind die Experten für ihre Stadt, ihr Land. Nicht Reisende die nur von Hörensagen berichten.

Auch die Ärzte in Kambodscha oder anderen armen Ländern haben ein Sudium abgeschlossen. Viele gehen nach Amerika und Europa um sich zu spezialisieren. Schlechte Ärzte und Pfuscher gibt es überall. Auch zuhause in der Praxis um die Ecke.

Ich war in der Naro Dental Clinic Praxis in der 138Ekaraech Road in Sihanouk Ville und kann diese mit besten Gewissen weiter empfehlen. Im Sihanoukville Advertiser findest du eine Auswahl an Ärzten und verschiedenen Kliniken in Sihanoukville.

ZahnarztbesuchinKambodscha

Im übrigen hat die Behandlung nur 20 Dollar gekostet. Diese würden mir von meiner Reiseversicherung, der Hanse Merkur zurückerstattet werden. Bei dem geringen Betrag habe ich aber auf eine Briefwechsel verzichtet. Viel lieber genieße ich die Sonne am Strand von Sihanoukville.

Musstest du auch schon mal einen Arzt während deiner Reise aufsuchen? Wie waren deine Erfahrungen?

4 comments on “Mein Besuch beim Zahnarzt in Sihanouk Ville

  1. Hallo Harald,
    ja, man hört schon so dies und das von den Praxen in solchen Ländern. Klaus hatte sich gleich am ersten Tag auf Tobago den Finger an einer Koralle bis auf den Knochen aufgeschnitten. Da blieb absolut keine Wahl als der Gang zum Arzt. Da wir uns im Norden der Insel aufhielten und sich das Krankenhaus im Süden befindet, musste erst ein Taxi ausfindig gemacht werden, daran schloss sich eine eineinhalbstündige Fahrt an. Als wir endlich ankamen, nahm man die Daten auf, dann ließ man uns bis zum Nachmittag (6 Stunden) sitzen. Die Wunde begann inzwischen, unsauber zu werden. Als Klaus endlich an der Reihe war, kam er an einen sehr netten Arzt, der sein Handwerk verstand, die Wunde säuberte und mit Angelschnur vernähte. Weiß war in dem Krankenhaus gar nichts. Geschlossene Räume konnten wir auch nicht finden, nur Pendeltüren. Trotzdem hatten wir ein gutes Gefühl.
    Fazit. Panik schieben kann man hinterher immer noch.

    1. Hallo Angela,
      wow, dagegen war mein Zahnarztbesuch ja Kindergeburtstag.Aber Du hast recht.Panik schieben kann man hinterher. Wenn es denn dann noch einen Grund gibt. Meistens ist alles nur halb so wild. Ich hoffe die Wunde ist mittlerweile verheilt.

      Liebe Grüße aus Laos

      Harald

      1. Klaus hat sehr gute Selbstheilungskräfte, außerdem half das Meerwasser bei der Heilung. Wir waren zum Tauchen dort. Der Gummihandschuh, den Klaus zum Schutz bekommen hatte, hielt nicht mal das Überstreifen aus. Nach fünf Tagen nahm er die Angelschnur raus und bald war kaum noch etwas zu sehen. Der Arzt hatte auch sehr gute Arbeit geleistet.

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